Was hat größere Vorteile für den Händler: das Lastschrift- oder EC-Cash-Verfahren? Und was sind mögliche Risiken?

Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen den zwei Zahlungsarten:
Das Lastschriftverfahren setzt einen unterschriebenen Zahlungsbeleg voraus, der es dem Händler erlaubt, das Geld vom Konto des Käufers einzuziehen. Die Transaktion ist für den Händler kostenlos. Darüber hinaus gibt es keine maximale Betragseinschränkung für den Zahlungspflichtigen. Aus diesem Grund spart der Zahlungsempfänger beim Lastschriftverfahren Kosten ein, da eine kostenintensive Überwachung der Zahlungseingänge entfällt.

Dieser kostenlose Service birgt dennoch ein großes Risiko: Der Kunde kann innerhalb von sechs Wochen jederzeit die Zahlung zurückbuchen. Aus diesem Grund ist dieser Service aus Sicht des Zahlungsempfängers unsicher. Mögliche Gründe für eine Nichtzahlung können eine nicht ausreichende Deckung des Kontos des Zahlungspflichtigen sein. Im Falle einer Rücklastschrift des Zahlungspflichtigen können auch andere Gründe bestehen, bei denen der Zahlungspflichtige jedoch nicht verpflichtet ist, sie dem Geldinstitut oder dem Händler mitzuteilen. In dieser Situation kann der Zahlungsempfänger ein Mahnverfahren zwecks Einziehung der ausstehenden Forderung einleiten.

Weitere Nachteile des Lastschriftverfahrens sind: Der Käufer muss dem Unternehmen vertrauen, dem man die Erlaubnis zum Lastschrifteinzug vom Konto gibt, denn unerlaubte Abbuchungen sind möglich. Man sollte seinen Kontostand regelmäßig überprüfen und eine begrenzte Anzahl an Lastschriftverfahren erlauben, um nicht den Überblick zu verlieren. Auf jeden Fall ist eine Übertragung der Bankdaten über das Internet durchzuführen, um sich vor Hackern und der Auslese seiner Daten zu schützen.

Die zweite Zahlungsart, die Bezahlung mit EC-Karte, ist sehr einfach und wird immer häufiger genutzt. Durch die Eingabe der PIN gibt der Zahlungsempfänger direkt Rückmeldung, ob sein Konto gedeckt ist. Während der Zahlungspflichtige beim Lastschriftverfahren innerhalb von sechs Wochen widersprechen kann, ist die Zahlung bei dem EC-Cash-Verfahren für den Händler sicherer. Im Gegenzug zahlt er jedoch eine höhere Transaktionsgebühr, die beim Lastschriftverfahren wegfällt. Es fällt eine EC-Cash-Gebühr von pauschal 0,08 € bei Beträgen bis 25,56 € an, ab einem Betrag von 25,56€ wird eine Transaktionsgebühr von 0,3% des Umsatzes berechnet. Hinzu kommt eine sogenannte „clearing-Gebühr“, eine Wertstellung auf das Konto, die in den AGBs beschrieben ist.

Ein Nachteil des EC-Cash-Verfahrens ist die Eingrenzung der Betragshöhe: Die möglichen Betragshöhen werden meist von den Geldinstituten bestimmt oder sind durch bestimmte Vereinbarungen zwischen dem Käufer und seiner Bank festgelegt. Die Zahlung ist also kartenabhängig und bankabhängig.

Diesen EC-Cash-Service lassen sich Banken gut bezahlen, vor allem weil Zahlungen über das EC-Cash-Verfahren immer beliebter werden. Nach Informationen des Forschungsinstituts EHI Retail Institute nimmt der Anteil der Zahlungen mit EC-Lastschrift ab, während die EC-Cash-Variante zunimmt.

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Eine Antwort zu “Lastschrift- oder EC-Cash-Verfahren?”

  1. Die Sicherheit des angebotenen Zahlungssystems sollte Vorrang haben, denn nur dann werden die Kunden wohl auch einkaufen. Was nutzen dem Händler billige Systeme, wenn sie unsicher oder nicht sehr sicher sind.

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