EU-Parlament will die Gebühren für Kartenzahlungen begrenzen

Für Girokarten-Zahlungen müssen Händler Gebühren an die Bank bezahlen. Bisher war das ein einheitlicher Betrag. Das soll sich jetzt ändern. Speziell für kleinere Händler mit niedrigen Warenpreisen könnte das Bezahlen per EC-Karte nun günstiger werden.

Das EU-Parlament hat Anfang April beschlossen, die Gebühren für Kartenzahlungen zu begrenzen. Bei den so genannten Interchange Fees (Deutsch: Interbankenentgelte) handelt es sich um Gebühren, die bei Kartenzahlungen entstehen. Mit der Deckelung dieser Kartengebühren auf 0,3 Prozent des Kaufpreises für Kreditkarten und 7 Cent bzw. 0,2 Prozent des Transaktionswertes für Debitkarten (abhängig davon, welcher Betrag niedriger ist) will die EU besonders den Einzelhändlern einen Gefallen tun.

Wer profitiert von der Begrenzung?

Nach Ansicht der EU-Kommission belasten Interbankenentgelte den Einzelhandel in Europa mit jährlich mehr als 10 Mrd. Euro. Einzelhändler haben zudem oftmals kein Verhandlungsgewicht, um niedrigere Kartengebühren auszuhandeln. Die Regelung soll für grenzüberschreitende und nationale Kartenzahlungen gelten und ein Jahr nach Verabschiedung der Verordnung in Kraft treten. Laut EU-Kommission zahlen Kreditkartenakzeptanten in Europa jährlich 10 Milliarden Euro an Kartengebühren. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Paysys haben Mastercard und Visa im Jahr 2011 allein in Deutschland ein Volumen von insgesamt 625 Millionen Euro an Interchange-Gebühren vereinnahmt.

„Die Konsumenten werden Millionen- oder sogar Milliarden-Eurobeträge sparen“, begründete Pablo Zalba, Berichterstatter im EU-Parlament.

Kritiker und Kreditkartenorganisationen befürchten allerdings, dass die eingesparten Gebühren nicht an die Konsumenten weitergegeben werden und nur der Handel von der Absenkung profitiert.

Interchange Fees seien „eine wichtige Erlöskomponente im Kartengeschäft“, sagen Experten im Bankmagazin-Artikel „Evolution im Kartengeschäft“. Diese würden durch die Regulierung stark sinken, nämlich um voraussichtlich 15 Euro pro Karte, wie das Beratungsunternehmen Paysys errechnet hat.

Gegner des Vorstoßes der EU kritisieren unter anderem die Annahme, dass Händler die Interbankenentgelte auf direktem Weg an ihre Kunden weitergeben. Im Einzelhandel beispielsweise sei dies gar nicht möglich, da dort zu viel Konkurrenz herrsche, schreibt Hüthig unter Berufung auf Aussagen aus der Branche. Das hieße im Umkehrschluss, dass Händler die Gebührenersparnis nicht unbedingt an ihre Kunden weitergeben, sondern besser ihren Gewinn vergrößern.

Simplepay gut für Änderungen aufgestellt

Simplepay betrachtet diese Entwicklung natürlich äußerst intensiv. Die Angebote und Transaktionskosten von Simplepay sind an die Tarife unserer Partner im Netzbetrieb (für Simplepay ist das die VÖB ZVD) und der Acquirer (Simplepay arbeitet für Kreditkartenakzeptanzen mit Concardis zusammen) gebunden. Sobald sich diese Tarife ändern, werden auch unsere Angebote günstiger. Händler und End-Kunden sollten aber auch daran denken, dass Gewinne aus den oben genannten Interchange Fees für einen sicheren und stabilen bargeldlosen Zahlungsverkehr verwendet werden, z.B. schnelle Abwicklung von Transaktionen und Sicherheit von Kundendaten.

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