Im Einzelhandel ist Bargeld immer noch das am meist genutzte Zahlungsmittel. Über die Beschaffungskosten machen sich Händler und Kunden oftmals keine Gedanken. Mit folgendem Beitrag wirft der Simplepay Blog einen Blick hinter die Kulissen des Bargelds.

Der Gewinner – Deutsche Zentralbank

Um zu verstehen, mit welchen Kosten das Bargeld verbunden ist, müssen zuerst die damit zusammenhängenden Akteure betrachtet werden. Produzent unseres Bargelds ist die Deutsche Zentralbank. Durch die Geldproduktion und eingehenden Emissionen erwirtschaftet die Deutsche Zentralbank Ihre jährlichen Gewinne (sogenannte: Seigniorage). Theoretisch können Geschäftsbanken Münzen und Scheine zum Nennwert bei der Deutschen Zentralbank kaufen. In der Praxis sind die anfallenden Kosten dafür meist nicht tragbar – ein Kredit mit anfallenden Zinsen ist die Folge. Die Zentralbank kann für die Leihe von Bargeld auch Vermögenswerte erhalten, wie zum Beispiel Aktienanteile von Geschäftsbanken.

Auch andere europäische Länder, die als Währung den Euro nutzen, sind berechtigt Bargeld zu produzieren und werden von der Europäische Zentralbank gesteuert um die Inflation zu kontrollieren. Die Barbestände werden dann entsprechend der Nachfrage erhöht oder reduziert.

Nachdem die Deutsche Zentralbank Bargeld produziert muss dieses noch in Umlauf gebracht werden. Doch wie kommen Münzen und Geldscheine von der deutschen Zentralbank zu ihrer Hausbank? Diese Aufgabe übernehmen Wertdienstleister, die für den Transport von Bargeld zuständig sind und Gebühren gegenüber den Empfängern erheben.

Die Banken

Durch die reine Ausgabe von Bargeld können Geschäftsbanken kaum Erträge erwirtschaften. Zusätzliche Gebühren für Kontoführung und weitere Dienstleistungen sind für den Endverbraucher die Folgen. Als Standard gelten mittlerweile Zusatzgebühren für Ein- und Auszahlungen von Bargeld gegenüber Händlern und Privatkunden. Voraussichtlich werden Deutsche Banken auch in der Zukunft neue Finanzierungsmodelle nutzen um die Kosten des Bargeldes auf Kunden abzuwälzen.

Das verflixte Wechselgeld

Der Einzelhandel ist durch den Gebrauch von Wechselgeld besonders belastet. Die Bereitstellung von Bargeld muss seitens eines Unternehmers genauestens strukturiert werden.

Folgende Prozesse gehören zum Alltag eines Unternehmens, dass Wechselgeld ausgibt:

  • Bereitstellung und Vorbereitung von Wechselgeld: Zunächst muss durch einen Geldtransport das Bargeld übermittelt werden. Kleinere Unternehmen holen sich Ihr Wechselgeld auch persönlich von der Bank ab. In einem Zahlungsbüro der Bank wird das Wechselgeld ausgezählt und vorbereitet. Dieser Vorgang wird kurz vor Geschäftsbeginn seitens des Kassierers am Point-of-Sale (kurz: PoS) wiederholt, um mögliche Auszahlungsfehler der Bank noch rechtzeitig zu erkennen.
  • Der Zahlungsvorgang an den Kassen: Falschgeld und Wechselfehler gehören in den beruflichen Alltag des Einzelhandels. Ein erhöhter Zeitaufwand zur Prüfung und Fehlerminimierung bei Kassenabschluss sind unvermeidlich – Gewinneinbußen die Folgen.
  • Die Leerung der Kassen: Bereits am PoS wird das Wechselgeld erneut gezählt und bis zur Einzahlung sicher verwahrt. In vielen Unternehmen wird die Kontrolle der Zählung durch ein Vier-Augen-Prinzip verstärkt.
  • Die Einzahlung: Während kleinere Unternehmen das Geld selbst bei der Hausbank einzahlen, benötigen große Unternehmen mit hohen Barumsätzen einen gesicherten Transport. Eine kostenpflichtige Dienstleistung, die durch die anfallenden Zusatzgebühren bei Bareinzahlungen für Händler sogar noch ansteigt.

In Betracht aller volkswirtschaftlichen Akteure (Banken, Händler und Wertdienstleister), belaufen sich die Bargeldkosten der deutschen Wirtschaft insgesamt acht Milliarden Euro pro Jahr.   

Kartenzahlung als effiziente Alternative

Im Vergleich zum Bargeld, belaufen sich die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten in Deutschland für kartenbasierte Zahlungsverkehrssysteme auf ca. 800 Millionen Euro jährlich. Neben der immensen Ersparnis für Banken und Händler gibt es weitere Vorteile:

  • Eindämmung der Schattenwirtschaft: Alle wirtschaftlichen Zahlungen, die gewerblich nicht erfasst werden, wie Schwarzarbeit werden Bar ausgezahlt. Besonders auf Baustellen, in der Gastronomie und bei Reinigungsdienstleistern kommt Schwarzarbeit häufig vor. Eine mögliche flächendeckende Abkehr vom Bargeld kann dem deutschen Staat bis zu 35 Milliarden Euro jährlich sparen.
  • Innovationen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehr: Die Entwicklung neuer Kartenzahlungs- und Sicherheitssysteme reduziert die Risikofaktoren der Zahlungsautorisierung und ermöglicht schnellere Bezahlvorgänge. Aktuelle Innovationen sind zum Beispiel: mobile payment, instant payment, EMV-Chip und viele Weitere.
  • schnelle Kassiervorgänge: Am PoS können Kartenzahlungen das Kassieren enorm beschleunigen. Mit NFC-Funktion und kontaktlosen Zahlungen können Beträge unter 25 Euro ohne PIN-Eingabe erfolgen.
  • flexible Kartenzahlungsgeräte: Aufgrund der Innovationen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, gibt es für alle Wirtschaftsbereiche optimale Kartenlesegeräte. Ob stationär oder schnurloses EC-Terminal bei Simplepay finden Sie das beste Angebot.

Sind Sie überzeugt, dass Ihr Unternehmen durch Kartenzahlungen profitieren kann? Dann informieren Sie sich ganz unverbindlich bei Simplepay über alle Möglichkeiten die Kartenzahlung auch an Ihren Point-of-Sale (PoS) zu bringen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf und finden Sie Ihr optimales EC-Terminal bei Simplepay. Alle Informationen zu den Kosten des Bargelds finden Sie in der Studie der Steinbeis-Hochschule-Berlin.